28. April 2009

Der Anfang nach dem Ende

Vor zwei Wochen hatte ich hier noch Skizzen zu einem neuen Projekt gezeigt, ein Projekt für die FAZ - wie ich seit heute bemerken kann.

Angesprochen wurde ich dafür Ende letzten Jahres, als der Redaktion bekannt war, das Volker Reiche nicht mehr jeden Tag den Strizz zeichnen würde. Andreas Platthaus fragte eine Reihe von Zeichnern, die nun an dem prominenten Platz eine Fortsetzungsgeschichte erzählen sollten. Mit Ralf König ging es los.

Ich hatte meinen lieben Freund Martin Baltscheit gefragt, ob wir diesen Comic nicht zusammen machen sollten. Wir hatten vor einigen Jahren mal ein ziemlich gelungenes Konzept für einen wöchentlichen Strip für eine andere, überregionale Tageszeitung gemacht, aus dem dann aber leider nichts geworden ist - wobei wir bis heute keine offizielle Absage bekommen haben. Naja. Der mitverantwortliche Redakteur hatte wohl besseres zu tun.

Mein lieber Freund Martin ist vor einem halben Jahr Vater von Zwillingen geworden. Das dies stressig werden würde, war zu erwarten. Wie stressig genau, dann allerdings doch nicht. Auf jeden Fall beschloss Martin aus dem Projekt auszusteigen, mit der Überzeugung, dass ich das auch wunderbar alleine schaffen würde.

Das Ganze war vor gut einem Monat, während der Leipziger Buchmesse. Und ich begann über eine eigene Geschichte nachzudenken. Ich hatte ja noch Zeit. Ich sollte ja erst im August ran.

Aber wie das Leben so spielt, rief mich eine Woche nach Leipzig Andreas an. Er erklärte mir, dass man sich ein paar Gedanken gemacht hätte und sich gefragt hat, ob ich nicht nach König weitermachen könnte.

Schluck ...

Natürlich!

Von nun an ging alles ziemlich schnell. Geschichte schreiben. Andere Jobs abarbeiten. Erste Entwürfe machen.

Und jetzt geht es auch schon los. Und zwar immer von Dienstag bis Freitag im Feuilleton der FAZ oder auch hier im Netz.

Leider habe ich zur Zeit noch nicht den Vorsprung gegenüber der Veröffentlichung, den ich gerne hätte.

Aber ich arbeite daran.

Kommentare:

egghat hat gesagt…

Glückwunsch zu dem Auftrag!

Bin gespannt.

Der Wechsel vom Archetyp ist allerdings heftig ...

Peter Pen hat gesagt…

Ulf, wie toll ist das denn?

Glückwunsch - hast Du dann noch Zeit für den nächsten Sketchcrawl ;-?

Grüße von der Elbe,
T

Frank Schmolke hat gesagt…

Auch von mir Herzlichen Glückwunsch! Ich bin gespannt!

Jakob Werth hat gesagt…

TOLL!!!

WELLMANN hat gesagt…

Ebenfalls Glückwunsch. Das sieht gut aus. Und: In der Ruhe liegt die Kraft. Liebe Grüße aus OS.

Herr Gilke hat gesagt…

Ich sage: Hey!

Peter Pen hat gesagt…

-- die dritte Bilderserie funktioniert beim Durchklicken auf faz.net wie ein richtiger Zeichentrickfilm. Der nächste Auftritt ist dann wieder in der Sendung mit der Maus ;-) ?

Anonym hat gesagt…

anna blume ist begeistert

Anonym hat gesagt…

Ich habe jetzt eine neue Tradition, täglich nach der Uni freue ich mich auf „Der Anfang nach dem Ende“. Grüße aus Münster Jan

Peter Pen hat gesagt…

Hat man für die 12. Folge Deine Vorlagen verloren und scannt die jetzt direkt aus der Zeitung oder warst Du böse auf die FAZ, weil unter einigen Bildern immer noch "(c) Volker Reiche" steht und nicht Ulf K. ;-)

Beispielbild hier: http://img.skitch.com/20090520-gw2btj8h3q17ykemhtnbm4ist6.jpg

egghat hat gesagt…

Heute ist auch wieder total schlechte Qualität ...

ulf k. hat gesagt…

Vielen Dank für die lieben Kommentare. Es ist echt ein sehr toller Job, auch wenn ich gerade vielleicht nicht so ganz mit meiner Arbeit zufrieden bin, aber das gehört bei mir ja leider immer wieder dazu.

Bis zum 24. Juli wird der Comic noch laufen und dann wird es Zeit für ein kleines Resümee.

Anonym hat gesagt…

Ich gehe mal davon aus, daß neben allfälligen Lobpreisungen auch Gegenmeinungen erwünscht sind.

Stilistisch und von der Idee her finde ich die Sache ganz originell, aber als Zeitungsstrip funktioniert die Geschichte nur sehr eingeschränkt. Sie ist zu sehr als durchgehende Story angelegt, die durch den vorgegebenen Raum jeweils willkürlich unterteilt wirkt. Als Album würde ich mir die Story gerne ansehen, in dieser unmotivierten Häppchen-Aufteilung finde ich sie dagegen eher nervig.

Ein Zeitungstrip sollte meiner Ansicht nach täglich für sich allein stehen und auch Zufallsleser einfangen können. Wie das geht, auch wenn eine Geschichte über mehrere Folgen hinweg erzählt wird, hat ja König zuletzt gezeigt. Nun hatte er sicher auch den Vorteil des humoristischen Sujets und konnte deshalb mit Pointen arbeiten, aber das ist schließlich nicht der einzige Weg.

So aber wirken die einzelnen Folgen unnötig verrätselt, teilweise überambitioniert und lassen durch diese Lesebarriere schnell gepflegte Langeweile aufkommen, weil nichts in die Geschichte hineinzieht. Und die theoretische Lösung, den Seiteneinsteiger erst einmal zum Nachlesen ins Netz zu schicken, kann ja auch nicht der Weisheit letzter Schluß sein.

ulf k. hat gesagt…

Ich finde es in der Regel natürlich schöner, wenn ich an dieser Stelle auch an einen Namen schreiben kann, aber man ist im weltweiten Netz ja lieber Anonym unterwegs - also:

Hallo Anonym,

natürlich sind die Kommentare nicht nur für Lobhudeleien gedacht - und wenn es zu unverschämt wird, kann ich einen Beitrag ja immer noch löschen.

Vielen Dank für Ihren Kommentar, der insgesamt ja recht konstruktiv daher kommt - im Gegensatz zu manchen Äusserungen auf faz.net, die mich dann doch, auf Grund ihres zum Teil leicht aggressiven Untertons, etwas verwirren.

Das Sie das Ganze sich gerne als Album ansehen würden, freut mich zu hören und motiviert mich vielleicht, die Geschichte dann doch noch als Buch zu veröffentlichen - allerdings wohl erst nach einigen Überarbeitungen.

Sie haben recht darin, dass die Geschichte schon sehr als etwas durchgehendes gedacht ist. Allerdings sind die Abschnitte nicht willkürlich gewählt, sondern ich habe beim schreiben schon auf Wochenabschnitte geachtet. Für Quereinsteiger ist dies trotzdem nicht wirklich etwas, aber ganz ehrlich: an die habe ich auch tatsächlich nicht gedacht.

Einen Fortsetzungscomic ohne Worte zu machen ist natürlich sehr gewagt, dass war mir vorher klar. Aber es musste einfach von mir gemacht werden, auch wenn man unter Umständen am Ende zu dem Schluß kommen mag, dass es vielleicht nicht so hundertprozentig funktioniert hat.

Jetzt werde ich die Geschichte aber erst einmal zu ende bringen. Und am 24. Juli ist ja dann auch schon schluss - oder in Streifenzahlen: 27. Das geht schneller, als man gerade denken mag.

Schöner Gruß

ulf k.

kiesthoo hat gesagt…

Hallo Ulf K.

Großes Lob. Ich habe es nun geschafft, mir über die Webseite der FAZ das bisherige Comic mal ganz anzuschauen. Im Fluß kommt es besser als tageweise. Das Comic verlangt halt viel Aufmerksamkeit: Man muss die Geschichte über die Tage zusammenhalten und in den einzelnen Folgen die Story überhaupt "lesen". Aber das macht viel Spaß, das Comic ist schön gezeichnet und ist - wie die FAZ auch schreibt - "poetisch". Ich freue mich auf die nächsten Teile.

Wenn die FAZ im Netz es hinbekommen würde, die Geschichte als Ganzes anzuzeigen anstatt die einzelnen Bilder, wäre das ganze viel schöner. Auf dem Papier sieht es sehr gut aus.

:-)

WELLMANN hat gesagt…

Ich finde auch nach den vielen Ausgaben, dass die Bilder eine große Ruhe ausstrahlen. Dass ist mutig und sehr angenehm. Folge 23 ist aber ganz schön hart. Junge, Junge. Nichtsdestowenigertrotz okay. Grüße aus OS.

ulf k. hat gesagt…

Vielen Dank Kiesthoo für das Lob. Es beruhigt mich arg, dass es Leser gibt, die sich die Mühe machen, die Geschichte auch wirklich als Ganzes zu verstehen. Vielleicht ist diese Aufmerksamkeit manchmal etwas viel verlangt, aber ich finde als Autor darf ich sie einfordern.

Den jeweiligen Streifen im FAZ-Netz komplett zu zeigen, wird wohl nichts werden. Anderseits finde ich aber gerade auch dieser Bild für Bild klicken ganz schön, da es manchmal fast was animierts bekommt.

Ansonsten auf jeden Fall noch viel Vergnügen mit den folgenden Streifen.

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Hallo Wellmann, ich finde auch, dass mir für die letzte Folge ein guter Cliffhanger gelungen ist. Und jetzt kommt erstmal ein Feiertag. Spannung!!!
Viel Spass beim lesen der Fortsetzung am Freitag.

WELLMANN hat gesagt…

Puh, das ist ja noch einmal gut gegangen ;-)

Hans hat gesagt…

Zur Anonymität: Ich hatte bei meinem letzten Beitrag tatsächlich nicht ausprobiert, ob die Seite mehr Möglichkeiten zum Signieren eines Kommentars bietet, wenn JavaScript eingeschaltet ist. Meinen Namen einfach drunterzuschreiben, habe ich dann versäumt.

Abgesehen davon: Der aggressive Ton mancher FAZ.net-Kommentare ist schon starker Tobak, aber er gibt doch auch ein Feedback - daß es offenbar eine nennenswerte Zahl von Lesern gibt, die nicht bereit sind, die zweifellos vorhandenen Verständnishürden zu überspringen. Und offenbar ist nicht jeder in der Lage oder willens, Frustration in sozialadäquten Formen auszudrücken.

Auf welchen Teil der Leserschaft man als Autor einen Text (oder eben einen Strip) zuschneidet, entscheidet man natürlich selbst. Nur liegt genau darin auch die Entscheidung darüber, wie breit man das Publikum anspricht und wieviel Widerspruch man andererseits provoziert.
Sicher kann man als Autor ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit einfordern, aber ob man es auch bekommt, darauf hat man keinen Einfluß, denn das wird am anderen Ende der Leitung beschlossen.

Ich möchte damit kein Plädoyer für eine niederschwellige Konsumierbarkeit halten, ganz im Gegenteil, aber doch auf einen immer vorhandenen Mechanismus des Kommunikationsmodells aufmerksam machen, daß nämlich die Gestaltung des Mediums die Empfänger selektiert.

In dem Fall ist dann aggressiver Protest vielleicht sogar das Zeichen dafür, daß das Medium gelungen ist - wenn eine der Ambitionen des Autors darin liegt, die Zielgruppe spitzer zu fassen, als es das Trägermedium beabsichtigt.

Langer Rede kurzer Sinn: Ihr Strip durchkreuzt Erwartungen. Das kann durchaus gut sein, engt den Leserkreis aber ein, womit Sie als Autor einfach leben müssen (und vermutlich auch können). Und daß es bei weitem schlimmer kommen kann, hat an der gleichen Stelle vor Jahren Steven Appleby gezeigt - im Vergleich zu seinem Strip ist der "Anfang nach dem Ende" geradezu volkstümlich geraten.

ulf k. hat gesagt…

Hallo Hans, schön, dass Sie Ihre Anonymität noch aufgelöst haben.

Mit dem was Sie schreiben, haben Sie vollkommen recht. Man kann es halt nicht allen recht machen und muss es ja - Gott sei dank - auch nicht.

Ich finde in der Beziehung die FAZ sehr mutig, da sie ihren Zeichnern freie Hand bei der Wahl ihrer Themen lässt.

Jochen hat gesagt…

Hallo, ich weiss nicht, von wann diese Posts sind (sehe nur Uhrzeiten). Aber jetzt lese ich (FAZ-Abonnent) seit vielen Wochen schon diesen fantastischen Strip und wollte endlich mehr über den Zeichner wissen. (Natürlich auch in der vagen Hoffnung, irgendwo schon das 'Ende vom Anfang nach dem Ende' zu finden.) So bin ich hier gelandet und sage danke für einen äußerst raffinierten Cartoon. Er hält mühelos die Spannung zur nächsten Folge, und ich freue mich schon darauf, eines Tages in der gebundenen Fassung alles noch einmal nachzulesen!

Anonym hat gesagt…

Heute gab es den vorletzten Strip und es geht dem seit einiger Zeit erwartbaren Anfang nach dem Ende entgegen. Vielen Dank für diese leise Geschichte, die ohne Worte ausgezeichnet funktioniert(e). Ich habe sie heute in FAZ.net zum ersten Mal im Zusammenhang bis jetzt gelesen, fand aber anders als manche andere Leser auch gerade die "häppchenweise" Darbietung in der Zeitung recht reizvoll, weil fantasieanregend.

Thomas V. hat gesagt…

Lieber Ulf K.

ganz herzlichen Dank für diese bewegende Geschichte, ohne Worte, mit so vielen bewegenden Bildern, mit Spannung, mit Emotionen. Es war eine unglaublich schöne Zeit, Ihrer großartigen Idee zu folgen.

Welch ein Tod!

Viele Grüße,

Thomas V.